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Elektroneurografie: Nervenleitungsmessung am Patienten

Elektroneurografie bei Polyneuropathie

Die Elektroneurografie (ENG) misst die Nervenleitgeschwindigkeit und kann Nervenschäden bei Polyneuropathie frühzeitig erkennen.

23. Juni 2021 Lesedauer ca. 2 min

Ist eine Untersuchung der peripheren Nerven notwendig, wird eine Elektroneurografie (ENG) durchgeführt. Mittels eines ENGs bestimmt der Arzt die Übermittlungsgeschwindigkeit der Informationen durch die Nerven, die nicht Teil des Gehirns oder Rückenmarks sind. Auf diese Weise können eventuelle Nervenschäden frühzeitig erkannt werden.

Was ist eine Elektroneurografie?

Bei dieser neurologischen Untersuchungsmethode misst der Arzt die Nervenleitgeschwindigkeit in den motorischen und sensiblen Nerven. Eine Nervenzelle erhält über ihre Dendriten elektrische Informationen, die Impulse zum Zellkörper leiten. Der lange Fortsatz, das Axon, ist für die Weiterleitung von Signalen verantwortlich und von einer Isolierschicht, der Markscheide, umgeben. Verändert sich das elektrische Potenzial entlang des Axons, wird der Impuls zum Empfänger, einer weiteren Nervenzelle oder einem Muskel, weitergeleitet. Kommt es zu Störungen in dieser Reizweiterleitung, ist die Nervenzelle selbst oder die Markscheide beschädigt.

Ablauf einer Elektroneurografie

Durch eine ENG werden Nervenschädigungen nachgewiesen. Zusätzlich lässt sich außerdem die Schwere der Schädigungen feststellen. Wichtige Informationen über den Zustand der Nerven liefern dabei bestehende Erkrankungen wie Polyneuropathie.

Bei der ENG werden den Betroffenen zwei Elektroden im Gebiet des Nervenverlaufs auf die Haut geklebt. Über die erste Elektrode, die Reizelektrode, setzt der Arzt einen elektrischen Impuls ab, der über das Axon in den Muskel übertragen wird, welcher den Nerv versorgt. Bei der Übertragung des Reizes auf den Muskel erfolgt eine Muskelkontraktion, die von der zweiten Elektrode, der Ableitelektrode, registriert wird.

Der Arzt misst nun die Zeit, die der Reiz benötigt, um die Strecke zwischen beiden Elektroden zurückzulegen und kann auf diese Weise feststellen, wie schnell der Nerv leitet. Statt aufgeklebter Elektroden können zur Untersuchung auch Nadel-Elektroden verwendet werden. Diese dünnen, relativ kurzen Nadeln werden in der Nähe des Nervs in die Haut gestochen und übernehmen dieselbe Funktion wie die Oberflächenelektroden auf der Haut.

Risiken und Vorsichtsmaßnahmen

Eine Elektroneurografie birgt für die untersuchte Person keine ernsthaften Risiken. Die Stromimpulse können als unangenehm oder schmerzhaft wahrgenommen werden, was aber keine Gefahr darstellt. Verfügen Betroffene über einen Herzschrittmacher, kann dieser durch die elektrischen Impulse irritiert werden. Daher wird die ENG bei Personen mit Schrittmachern nur vorsichtig oder gar nicht durchgeführt. Vorsichtsmaßnahmen oder Verhaltensregeln für eine Elektroneurografie gibt es nicht.

Zur Identifikation von Nervenschädigungen ist diese Methode eine anerkannte und empfehlenswerte Vorgehensweise, die als Grundlage für eine frühzeitige Therapie von Erkrankungen wie Polyneuropathie dient.

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