Eine Studie der Fachzeitschrift Neurology1 legt nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen Long-Covid-Beschwerden und Nervenschädigungen geben könnte, wie sie auch bei einer peripheren Polyneuropathie auftreten. Eine weitere Untersuchung aus Ägypten stützt diese Beobachtung. Was die Forschung bisher zeigt und was Sie wissen sollten.
Kann Covid Nervenschäden hervorrufen?
In der Neurology-Studie wurden 17 Personen mit anhaltenden Long-Covid-Beschwerden über mehr als ein Jahr begleitet. Bei rund zwei Drittel zeigten sich Hinweise auf Nervenschäden, möglicherweise als Folge einer Immunreaktion auf das Virus. Vor der Erkrankung, die bei 16 der 17 Teilnehmenden mild verlaufen war, ließen sich diese Veränderungen nicht nachweisen. Andere Ursachen konnten die Forschenden ausschließen.
Daraus erhärtete sich der Verdacht, dass ein Teil der Long-Covid-Betroffenen Anzeichen einer Small-Fiber-Neuropathie entwickelt. Diese betrifft besonders feine Nervenfasern, die unter anderem in Haut, Herz und im peripheren Nervensystem liegen.
Eine ägyptische Studie von Saif und Kollegen (2022)2 mit 400 Teilnehmenden kommt zu einem vergleichbaren Ergebnis: In dieser Studie zeigten etwa 57 Prozent der untersuchten Personen Hinweise auf eine periphere Neuropathie. Rund 42 Prozent dieser Gruppe waren während der Infektion im Krankenhaus behandelt worden (Studie Saif et al., 2022).
Wichtig zu wissen – Die Forschung zu Long Covid und Nervenbeteiligung steht noch am Anfang. Beobachtete Zusammenhänge sind keine endgültigen Beweise. Wenn Sie nach einer Covid-Infektion neue oder anhaltende Beschwerden wie Kribbeln, Brennen oder Taubheit bemerken, lassen Sie diese ärztlich abklären.
Sind die Nervenveränderungen umkehrbar?
Noch ist nicht abschließend geklärt, ob und wie eine Covid-Infektion die Nerven beeinflusst, etwa über Entzündungsprozesse. Die genannten Studien zeigen jedoch deutliche Parallelen zu Beschwerden, wie sie auch bei anderen Formen der Polyneuropathie auftreten. Bereits entstandene Schädigungen am peripheren Nervensystem gelten nach heutigem medizinischem Stand häufig als nicht rückgängig zu machen.
Viele Betroffene, die sich durch schmerzhafte oder nicht schmerzhafte Beschwerden wie Taubheit eingeschränkt fühlen, suchen daher nach Wegen, ihre Lebensqualität im Alltag zu verbessern. Neben ärztlicher Begleitung kommen dabei auch alternative, nicht schulmedizinische Therapieformen in Frage, die den Leidensdruck spürbar senken können, wenn der Körper auf die jeweilige Anwendung anspricht.
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1 Peripheral Neuropathy Evaluations of Patients With Prolonged Long COVID. Neurology Neuroimmunology & Neuroinflammation.
2 Prevalence of peripheral neuropathy and myopathy in patients post-COVID-19 infection. Saif et al., International Journal of Rheumatic Diseases, 2022.
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