Stechende, ziehende oder brennende Schmerzen in den Beinen, taube Finger, wechselnde Schmerzpunkte am ganzen Körper: Zwei Krankheitsbilder, die sich verblüffend ähnlich anfühlen können, sind die Small-Fiber-Neuropathie (SFN) und das Fibromyalgiesyndrom (FMS). Für Betroffene ist die Abgrenzung wichtig, weil sie über die ärztliche Diagnostik und über mögliche Therapiewege entscheidet.
Was ist eine Small-Fiber-Neuropathie?
Bei einer Small-Fiber-Neuropathie sind die kleinsten Nervenfasern des peripheren Nervensystems geschädigt. Diese feinen Fasern leiten Temperatur- und Schmerzempfindungen weiter. Eine SFN äußert sich deshalb häufig in stechenden Missempfindungen, oft an Händen und Füßen. Sind die Fasern stärker geschädigt, können die Symptome umschlagen: Statt Schmerzen treten dann Taubheitsgefühle auf, weil Impulse nicht mehr richtig weitergegeben werden.
Die SFN ist eine Form der Polyneuropathie und damit neurologisch zuzuordnen. Der Nachweis erfolgt in der Regel über eine Hautbiopsie, bei der die Dichte der kleinen Nervenfasern unter dem Mikroskop bestimmt wird, ergänzt durch quantitative sensorische Tests.
Was ist Fibromyalgie?
Das Fibromyalgiesyndrom ist eine eigenständige Erkrankung mit chronischen, wiederkehrenden Schmerzen, die wechselnd in Beinen, Armen, Brust oder Rücken auftreten können. Hinzu kommen häufig anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme.
Die Ursache von FMS ist bis heute nicht abschließend geklärt, was die Diagnostik und die Behandlung erschwert. Gesichert ist, dass die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem bei Betroffenen verändert verläuft. Die Einordnung erfolgt klinisch nach festgelegten Kriterien – über Anamnese, Druckpunkte und Begleitsymptome, in der Regel in einer rheumatologischen Sprechstunde.
Worin unterscheiden sich SFN und FMS?
Ein zentraler Unterschied liegt in der Lokalisation der Beschwerden. Bei einer Small-Fiber-Neuropathie treten Schmerzen oder Taubheitsgefühle meist stabil an derselben Stelle auf, zum Beispiel im Fuß, oder breiten sich langsam aus, etwa in Richtung Bein. Beim Fibromyalgiesyndrom dagegen wechseln die Schmerzpunkte häufig und können den ganzen Körper betreffen.
- Schmerzort: SFN eher fokal (Hände, Füße, langsam fortschreitend) – FMS wechselnd am ganzen Körper.
- Mechanismus: SFN ist eine Schädigung peripherer Nervenfasern – FMS eine veränderte zentrale Schmerzverarbeitung.
- Diagnostik: SFN über Hautbiopsie und sensorische Tests in der Neurologie – FMS klinisch in der Rheumatologie.
- Überschneidungen: Erschöpfung, Schlafprobleme und kognitive Einschränkungen kommen bei beiden Bildern vor.
Können SFN und Fibromyalgie zusammenhängen?
In der Forschung wird seit einigen Jahren diskutiert, ob eine Small-Fiber-Neuropathie ein möglicher Mit-Auslöser für ein Fibromyalgiesyndrom sein könnte. Eine Untersuchung der Universitätsklinik Würzburg, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtete, fand bei einem Teil der untersuchten Fibromyalgie-Betroffenen Hinweise auf eine reduzierte Dichte kleiner Nervenfasern, wie sie für eine SFN typisch ist.
Wichtig dabei: Auch wenn solche Überlappungen vorkommen, ist die Polyneuropathie selbst keine ursächliche Erkrankung, sondern ein Symptom für eine zugrunde liegende Ursache. Würde eine SFN als Auslöser im Vordergrund stehen, gehört die Suche nach der eigentlichen Ursache – etwa Stoffwechsel, Vitamin-Status oder Entzündungsprozesse – in jede ernsthafte Diagnostik. Mehr dazu in unserer Übersicht zu den 10 häufigsten Ursachen für Polyneuropathie.
Wichtig zu wissen – Die sichere Abgrenzung zwischen Small-Fiber-Neuropathie und Fibromyalgie gehört in fachärztliche Hände. Eine SFN wird in der Neurologie über Hautbiopsie und sensorische Diagnostik abgeklärt, das Fibromyalgiesyndrom in der Rheumatologie anhand klinischer Kriterien. Inhalte auf dieser Seite ersetzen kein ärztliches Gespräch und keine individuelle Diagnostik.
Wenn die Beschwerden bleiben
Sowohl bei einer Small-Fiber-Neuropathie als auch bei Fibromyalgie gibt es Verläufe, in denen Beschwerden trotz ärztlicher Behandlung über lange Zeit bestehen bleiben. Beide Bilder gelten nach heutigem medizinischem Stand häufig als nicht heilbar im engeren Sinne. Umso wichtiger ist es, die Ursachen abzuklären, weitere Belastungen zu vermeiden und einen Umgang zu finden, der den Alltag tragfähig macht.
Viele Betroffene nutzen ergänzend alternative, nicht schulmedizinische Therapieformen, um mit Schmerzen, Kribbeln oder Erschöpfung im Alltag besser zurechtzukommen. Entscheidend ist, dass jede Maßnahme zur eigenen Situation passt und mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt wird.
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Das HiToP® PNP ist ein geprüftes Medizinprodukt für die unterstützende Anwendung bei Polyneuropathie. Die Hochtontherapie ist eine alternative, nicht schulmedizinische Therapieform und versteht sich nicht als Heilbehandlung. Ziel ist die Chance, Beschwerden wie Kribbeln, Brennen oder Schmerzen im Alltag zu reduzieren, wenn Ihr Körper auf diese Therapie anspricht.
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