Wenn die Suche nach Linderung über die Schulmedizin hinausführt
Eine Polyneuropathie zeigt sich oft schleichend: Kribbeln in Armen und Beinen, brennende Füße, taube Stellen, manchmal stechende Schmerzen. Über 200 verschiedene Ursachen sind bekannt, am häufigsten Diabetes, Alkoholmissbrauch, Medikamente oder eine Chemotherapie. In einem nicht unerheblichen Anteil der Fälle bleibt die Ursache unklar.
Wenn schulmedizinische Behandlungen nicht ausreichen oder die Ursache nicht eindeutig ist, fragen viele Betroffene nach ergänzenden Wegen. Die Homöopathie ist eine davon. Sie ist seit über 200 Jahren etabliert, gleichzeitig wissenschaftlich umstritten. Dieser Beitrag erklärt sachlich, was Homöopathie ist, welche Mittel im Kontext von Polyneuropathie diskutiert werden und worauf Sie achten sollten, wenn Sie sie ergänzend in Erwägung ziehen.

Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Samuel Hahnemann begründet. Im Unterschied zum schulmedizinischen Ansatz versteht sie eine Erkrankung als ganzheitliche Funktionsstörung des Menschen, nicht als isoliertes Symptom.
Grundlage ist das sogenannte Ähnlichkeitsprinzip („Simile-Prinzip“): Eine Substanz, die bei einem gesunden Menschen bestimmte Beschwerden hervorrufen kann, soll in stark verdünnter Form Beschwerden lindern, die diesen Symptomen ähneln. Die Mittel werden meist als Globuli (Zuckerkügelchen) oder Tropfen eingenommen und in Verdünnungsstufen wie D6, D12 oder C30 angeboten.
Ergänzende Verfahren, die bei Polyneuropathie genannt werden
So vielfältig wie die Ursachen sind auch die Therapieansätze. Wird die Grunderkrankung behandelt – etwa durch eine bessere Blutzuckereinstellung bei Diabetes oder den Verzicht auf Alkohol – steht im zweiten Schritt häufig die Linderung der Beschwerden im Mittelpunkt. Neben der schulmedizinischen Versorgung werden ergänzend folgende Verfahren häufig diskutiert:
- Physio- und Ergotherapie zum Erhalt von Muskulatur und Beweglichkeit
- Vitamine und Spurenelemente, insbesondere die B-Vitamine (B1, B6, B12), Vitamin E sowie Alpha-Liponsäure
- Ernährungsumstellung, vitaminreich und mit ausreichend Mikronährstoffen
- Naturheilkundliche Verfahren wie Pflanzenextrakte oder Phytotherapie
- Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) inklusive Akupunktur
- Homöopathische Mittel als ergänzende Begleitung
- Elektrotherapie und Hochtontherapie als alternative, nicht schulmedizinische Therapieformen
Welche Verfahren für Sie infrage kommen, ist individuell verschieden und sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgesprochen werden – insbesondere, wenn Sie bereits Medikamente einnehmen.
Was sagt die Studienlage zur Homöopathie?
Die wissenschaftliche Bewertung der Homöopathie ist eindeutig und gleichzeitig kontrovers diskutiert. Aussagekräftige klinische Studien zeigen bisher keine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirksamkeit homöopathischer Mittel. Große Übersichtsarbeiten – etwa der Cochrane Collaboration, des australischen National Health and Medical Research Council (NHMRC, 2015) oder des EASAC, dem Beratungsgremium der europäischen Wissenschaftsakademien (2017) – kommen zu diesem Ergebnis.
Für die Polyneuropathie speziell gibt es keine belastbaren Studien, die eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel zeigen. In der Praxis berichten manche Anwender von einer subjektiven Verbesserung. Ob diese auf das Mittel selbst, auf den Placebo-Effekt, auf die intensive Zuwendung in der homöopathischen Beratung oder auf den natürlichen Verlauf der Erkrankung zurückgeht, lässt sich im Einzelfall nicht klar trennen.
Ehrlich formuliert heißt das: Homöopathie ist kein wissenschaftlich gesichertes Therapieverfahren bei Polyneuropathie. Wer sie nutzt, tut das in dem Bewusstsein, dass die Studienlage bisher keine Wirkung über den Placebo-Effekt hinaus zeigt.
Mittel, die im Kontext von Polyneuropathie genannt werden
In der homöopathischen Literatur werden für die Beschwerden bei Polyneuropathie verschiedene Mittel beschrieben. Die folgende Übersicht ist eine sachliche Aufzählung dessen, was in homöopathischen Quellen genannt wird – sie ersetzt keine ärztliche Beratung und stellt keine Empfehlung dar.
- Aconitum (Blauer Eisenhut) – wird bei stechenden, brennenden Nervenschmerzen beschrieben
- Agaricus muscarius (Fliegenpilz) – wird bei Missempfindungen, Kribbeln und Taubheit eingesetzt
- Spigelia (Wurmkraut) – wird bei regelmäßig auftretenden Nervenschmerzen genannt
- Verbascum (Königskerze) – wird bei akut auftretenden Schmerzen verwendet
- Kalium phosphoricum, Magnesium phosphoricum, Zincum chloratum – die sogenannte „biochemische Schmerztrias“ zur Beruhigung von Nervensystem und Muskulatur
- Cina, Cypripedium, Natrium carbonicum – werden bei Reizzuständen und Muskelkrämpfen beschrieben
Hinweis: Einige dieser Substanzen sind in unverdünnter Form giftig. In homöopathischen Zubereitungen liegen sie in hohen Verdünnungsstufen vor. Auch hier gilt: Eine seriöse homöopathische Anwendung gehört in die Hände einer qualifizierten Heilpraktikerin, eines Heilpraktikers oder einer ärztlichen Person mit homöopathischer Zusatzqualifikation.
Wichtig zu wissen – Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie ergänzende Mittel einsetzen. Das gilt besonders, wenn Sie bereits Medikamente einnehmen. Auch pflanzliche und homöopathische Präparate können Wechselwirkungen haben oder eine Diagnostik verzögern. Verzichten Sie nicht eigenmächtig auf verordnete Therapien zugunsten alternativer Verfahren.
Wenn Sie Homöopathie ergänzend in Betracht ziehen
Wer sich für homöopathische Begleitung entscheidet, sollte sie als Ergänzung verstehen, nicht als Ersatz für eine medizinisch sinnvolle Behandlung. Ein paar Orientierungspunkte:
- Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, welche zusätzlichen Mittel Sie einnehmen.
- Wählen Sie eine qualifizierte Beratung – Heilpraktiker mit Schwerpunkt Homöopathie oder ärztliche Personen mit homöopathischer Zusatzqualifikation.
- Setzen Sie verordnete Medikamente nicht selbstständig ab. Diabetes-, Blutdruck- oder Schmerzmedikation gehört in ärztliche Hand.
- Bleiben Sie bei der ursächlichen Therapie: Bei einer diabetischen Polyneuropathie zum Beispiel ist die gute Blutzuckereinstellung der wichtigste Hebel, nicht die Wahl des Globulus.
- Beobachten Sie sich ehrlich: Wenn Beschwerden trotz Homöopathie weiter zunehmen oder neue Symptome auftreten, ist eine ärztliche Abklärung der nächste Schritt.
Polyneuropathie selbst ist nicht heilbar. Was möglich ist: die Beschwerden im Alltag zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhalten. Welcher Weg dabei für Sie passt – ob Physiotherapie, eine Ernährungsumstellung, eine medikamentöse Behandlung oder eine alternative, nicht schulmedizinische Therapieform wie die Hochtontherapie – ist eine sehr individuelle Entscheidung.
HiToP® PNP als alternative Begleitung im Alltag
Das HiToP® PNP ist ein geprüftes Medizinprodukt, das speziell für die Anwendung zu Hause entwickelt wurde. Die Hochtontherapie ist eine alternative, nicht schulmedizinische Therapieform und versteht sich nicht als Heilbehandlung. Ziel ist die Chance, Beschwerden wie Kribbeln, Brennen oder Schmerzen im Alltag zu reduzieren, wenn Ihr Körper auf diese Therapie anspricht.
Sie wenden das Gerät in Ihrer gewohnten Umgebung an und werden telefonisch von unserem Expertenteam in Deutschland begleitet. Ein fairer Testzeitraum ermöglicht Ihnen den risikoreduzierten Einstieg.

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