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Hypästhesie Taubheitsgefühl

Hyperästhesie

Hypästhesie beschreibt den teilweisen Verlust von Empfindungen. Ursachen und körperliche Untersuchung im Überblick.

12. Februar 2021 Lesedauer ca. 2 min

Als Hypästhesie wird der teilweise Verlust von Empfindungen bezeichnet, der weithin auch als Taubheitsgefühl beschrieben wird. Kommt es zu einem kompletten Verlust von Empfindungen, sprechen Mediziner von einer Anästhesie. Die partielle Taubheit oder das Auftreten von Missempfindungen können drei wichtige Sinnesmodalitäten in unterschiedlichem oder gleichem Ausmaß betreffen: leichte Berührungen, Schmerz- und Temperatursinn sowie Lage- und Vibrationsempfinden. Eine Hypästhesie wird häufig durch Kribbeln in den Gliedmaßen begleitet und kann von einer Polyneuropathie ausgehen.

Ursachen einer Hypästhesie

Die Ursachen eines Taubheitsgefühls sind vielfältig. Eine häufige Ursache ist die Polyneuropathie, bei der es zu bilateralen, weitgehend symmetrischen und meist distalen Hypästhesien und sensorischen Ausfällen kommt.

Da Taubheitsgefühle jedoch durch zahlreiche weitere Störungen verursacht werden können, erfolgt im Vorfeld eine sequenzielle Abklärung. Bei dieser Anamneseerhebung werden Betroffene durch offene Fragen darum gebeten, das Taubheitsgefühl zu beschreiben. Dabei sollen Symptombeginn, Dauer und Verlauf der Hypästhesie ermittelt werden. Dabei gilt es besonders zu überprüfen, wo sich die Taubheit befindet und welche neurologischen Symptome wie z. B. Sehverlust oder Inkontinenz diese begleiten.

Bei einer Anamnese sollten bekannte Störungen wie Diabetes oder Polyneuropathie erkannt werden, da diese einer Gefühllosigkeit zugrunde liegen können. Im Zuge dieser Untersuchungen informiert eine Familienanamnese über familiäre neurologische Störungen und eine Arzneimittel- und Sozialanamnese gibt einen Einblick in den Gebrauch von Arzneimitteln und Substanzen wie Alkohol oder Nikotin.

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung erfolgt mit einem Schwerpunkt auf die Lokalisation der Hypästhesie. Die Reflexprüfung stellt dabei die objektivste Untersuchungsmethode dar, sensorische Tests sind hingegen subjektiver. Wird durch diese Untersuchung eine bilaterale Taubheit diagnostiziert, die nicht mit einem bestimmten Dermatom korrespondiert, liegt die Diagnose Polyneuropathie nahe. Besteht der Verdacht einer Schädigung des peripheren Nervensystems, werden durch Testungen die Nervenleitungen untersucht. Diese elektrodiagnostischen Tests dienen der Differenzierung zwischen Neuropathien, Plexopathien und proximalen Läsionen sowie den verschiedenen Arten der Polyneuropathie.

Lassen die Befunde eine Polyneuropathie vermuten, umfassen die nachfolgenden Tests typischerweise Elektrolyte, Blutbild, TPHA-Suchtest, Nierenfunktionstests und Messungen der Nüchtern-Plasmaglukose, Vitamin B12, HbA1C, Folsäure, TSH sowie in der Regel Serum-Immunelektrophorese und Serum-Protein-Elektrophorese (insbesondere bei schmerzhafter Neuropathie). Auf Basis dieser Erkenntnisse erfolgt eine Therapie der Polyneuropathie, in der die Ursache für die Hypästhesie liegt.

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