Positive Auswirkungen von Bewegung
Regelmäßige Bewegung kann Polyneuropathie-Beschwerden spürbar lindern.
Bei verschiedenen Formen von Polyneuropathie können Beschwerden mit Krankengymnastik gelindert werden. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, abhängig vom Beschwerdebild. Um die Nerven durch gezielte Reize zu aktivieren, können Sie verschiedene Übungen auch zuhause anwenden. Bewegung verringert Taubheitsgefühle in Händen und Füßen, reduziert Gangunsicherheit und Sturzrisiko und verbessert zugleich Fitness, Herzfunktion und Wohlbefinden.
Die medizinische Trainingstherapie (MTT) umfasst ein strukturiertes Programm spezifischer Übungen. Sie kann geschädigte Nerven stimulieren, die Balance verbessern und die Muskulatur kräftigen. Da das Schmerzempfinden bei Polyneuropathie häufig gestört ist, sollte der Physiotherapeut darauf achten, dass Sie sich bei der Krankengymnastik nicht verletzen.
Bewegungstherapie individuell anpassen
Bei der Bewegungstherapie ist der geeignete Schwierigkeitsgrad entscheidend. Erzählen Sie Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten Ihre Krankengeschichte. Nach einem Gleichgewichtstest probieren Sie zunächst einfache Haltungen und Bewegungen, dann steigern Sie den Schwierigkeitsgrad behutsam. Die Übung sollte gerade noch zu schaffen sein: Zu leichte Übungen bringen wenig, zu schwere überlasten. Bei selbstständigen Übungen zuhause sollten Sie sich festhalten können, um Stürze zu vermeiden.


Balance und Gangsicherheit trainieren
Balance-Pad und Bewegungsball geben Halt im Alltag.
Mit einem Balance-Pad und einem Bewegungsball verbessern Sie Gleichgewicht und Gangsicherheit. Zwei Minuten pro Übung reichen, viele lassen sich gut in den Alltag einbauen. Trainieren Sie sicherheitshalber zwischen Tisch und Stuhl. Beim Gleichgewichtstraining werden nicht die Muskeln, sondern die Nerven trainiert.
Stehen Sie zum Beispiel 20 Sekunden auf dem Balance-Pad. Steigern Sie den Schwierigkeitsgrad, indem Sie auf einem Bein und mit geschlossenen Augen üben. Für einen sicheren Stand unter Ablenkung werfen Sie auf dem Pad einen kleinen Ball an die Wand und fangen ihn wieder auf.
Übungen für zuhause
Diese Übungen können Sie selbst regelmäßig machen.
Aktivieren Sie Ihre Nerven an Füßen, Beinen und Händen mit einfachen Übungen. Wichtig: Halten Sie sich an einem festen Punkt fest, um Stürze zu vermeiden. Trainieren Sie nie länger als 30 Sekunden am Stück, danach bitte eine kurze Pause einlegen.
- Für die Füße: barfuß auf verschiedenen Oberflächen gehen, mit den Zehen eine Zeitung greifen, im aufrechten Stand zehn Sekunden mit den Zehenspitzen in den Boden drücken (dreimal wiederholen)
- Für die Beine: 20 Sekunden auf einem Bein das Gleichgewicht halten, dann Bein wechseln
- Für die Hände: einen kleinen Gymnastikball über Hand und Unterarm rollen, in eine Schüssel mit Bohnen oder Erbsen greifen
- Sicherer Gang: 30 Sekunden im Zeitlupentempo gehen und bei jedem Schritt das Gleichgewicht halten; Stuhl oder Tisch in Reichweite
- Allgemeine Fitness: Ergometer-Training; bei guter körperlicher Verfassung Wassergymnastik unter Anleitung
Begleitend zur Krankengymnastik: das HiToP®-Verfahren
Krankengymnastik aktiviert Nerven und Muskeln und gibt Ihnen Sicherheit im Alltag zurück. Regelmäßiges Üben verbessert Balance, Gangsicherheit und Wohlbefinden – Schritt für Schritt.
Ergänzend dazu kann das HiToP®-Verfahren als alternative, nicht schulmedizinische Therapieform die Behandlung begleiten, wenn Ihr Körper darauf anspricht. Unser telefonisches Expertenteam in Deutschland berät Sie während der gesamten Anwendung.

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